Brauchst du Therapie?
Brauchst du überhaupt Therapie? Ich habe diesen Abschnitt upgedatet, weil ich meine Meinung über Therapie geändert habe. Viele Jahre lang habe ich es vermieden, in der Therapie aktiv zu werden, und habe geglaubt, ich könnte meine Probleme selber lösen. Aber ich habe herausgefunden, dass zwar die meiste "Arbeit" bei der Therapie außerhalb der Therapie stattfindet, dass aber - und ich bin fest davon überzeugt - bei einrm so komplexen Störung wie DIS oder DSNNS etwas Begleitung und Unterstützung von außen notwendig ist.
Es ist gut, jemanden zu suchen, der eine spezielle Ausbildung für dissoziative Störungen hat. Falls jemand sagt, dass er oder sie nicht an DIS glaubt, dann such jemand anderes. Das wohl wichtigste ist, dass du jemanden findest, bei dem du dich wirklich wohlfühlst, jemanden, bei dem du das Gefühl hast, dass du lernen kannst, ihm zu vertrauen. Es ist nicht möglich, diese Verbindung genau zu beschreiben; du wirst es einfach wissen, wenn du die richtige Person gefunden hast. Dies ist einer romantischen Beziehung sehr ähnlich - du vertraust dieser Person viel von deinem Innersten an und möchtest dich sicher fühlen können. Natürlich kann die Herausforderung darin bestehen, dass du jemanden findest, den du magst und den auch deine Versicherung bezahlt.
Wie oft soll ich hingehen? Das hängt von dir ab und davon, was du und dein Arzt für am effektivsten haltet. Die meisten Leute, mit denen ich gesprochen habe, gehen ein- oder mehrmals in der Woche hin, oftmals über Jahre. Dies sage ich dir nicht, um dir Angst einzujagen, aber wenn du an einem Punkt angelangt bist, bei dem Dissoziation (und normalerweise auch andere Probleme) ernsthaft dein Leben behindern, kann es lange dauern, um genug Bewältigungsstrategien und Bewusstsein zu entwickeln, dass du das Gefühl haben kannst, dein Leben im Griff zu haben. Ich denke, es ist gut, wenn du und der Therapeut für die Therapiestunden flexibel genug sind, so dass, wenn du in einer Woche eine zusätzliche Sitzung brauchst oder an etwas arbeiten willst, das länger als 50 Minuten braucht, du dies tun kannst.
Ist es nötig, in der Therapie mit den "Anteilen" zu arbeiten, falls du fragmentiert bist ("Anteile" hast)? Das hängt davon ab, wie sinnvoll dir dies erscheint, wie wohl du dich damit fühlst, und wie sehr du dir deiner Anteile bewusst bist. Manchmal kann Dissoziation "auf Kommando" oder unter Hypnose sehr hart sein, und ich weiß, dass "wir" Debatten geführt haben, b es effektiv ist, "Anteilearbeit" zu machen, auf "Integration" hin zu arbeiten usw., wenn wir doch nicht von vornherein "Multiple" sind. Es kann seltsam erscheinen und dich fühlen lassen, als würdest du nur so tun als ob usw. Ich kenne einige DSNNS-Leute, die in der Therapie gearbeitet haben, als hätten sie ein DIS "Persönlichkeitssystem", die mit den verschiedenen Anteilen von sich gearbeitet haben, als wären es getrennte Leute... aber wenn das in der Therapie nicht zu helfen scheint, dann mach es nicht. Ich sage noch, dass ich mit "unserem" Therapeuten gesprochen habe (da ich weder der Kern noch die Geburtsperson bin), aber die meisten Sitzungen werden nur mit der Kernperson abgehalten, und dabei geht es darum, besser mit dem Leben und den Gefühlen klarzukommen und umzugehen.
Stationäre Therapie/Krankenhausaufenthalt: Manchmal kann ein kurzer, geplanter Krankenhausaufenthalt sehr vorteilhaft sein, um an speziellen Problemen zu arbeiten, oder wenn die Dinge wirklich außer Kontrolle geraten und du wieder auf die Beine kommen musst. Falls du dich nach einem stationären Programm informieren kannst, bevor du es brauchst, ist es besser... Durch einen Arzt oder Therapeuten eine vorgeplante Einweisung zu erhalten ist immer eine nettere und nützlichere Erfahrung, als selbstmordgefährdet oder unfreiwillig reinzukommen (und es lässt sich dann auch besser mit der Versicherung reden). Einige Krankenhäuser bieten auch ein strukturiertes "Teilprogramm" an, bei dem du tagsüber zum Krankenhaus gehen kannst, um zum Beispiel intensiv an Verhaltensschwierigkeiten zu arbeiten. Manchmal können diese Programme hilfreich sein, wenn du dich sehr labil fühlst oder dir danach ist, dich selbst zu verletzen.